Fortschritt

Vom Wissen zum Prototyp: der Weg durch die Forschungsarbeit

REACT startet in die Umsetzung: Fallvignetten und Wissensbasis werden jetzt parallel als Grundlage für den Forschungsprototyp aufgebaut.

Jetzt geht es los

Die Genehmigung für das REACT-Projekt liegt vor. Damit beginnt nun die konkrete Umsetzung des Forschungsvorhabens. Bis Anfang Oktober 2026 sollen die zentralen Grundlagen für den Forschungsprototyp stehen.

Für Therapeutinnen und Therapeuten ist dabei vor allem wichtig: Noch entsteht kein fertiger Clinical Reasoning Companion für den Einsatz in der Praxis. Zunächst werden die fachlichen und methodischen Grundlagen aufgebaut, auf denen ein späterer Forschungsprototyp nachvollziehbar arbeiten kann.

Zwei Arbeitsstränge laufen parallel an

Aktuell starten zwei eng miteinander verbundene Entwicklungsarbeiten: die Generierung strukturierter Fallvignetten und der Aufbau einer domänenspezifischen Wissensbasis.

Fallvignetten sind kurze, strukturierte Beschreibungen beispielhafter Behandlungssituationen. Für REACT sollen sie relevante Merkmale von Menschen mit schlaganfallbedingten Mobilitätseinschränkungen abbilden, etwa Gehfähigkeit, Mobilitätsassessments, Rehabilitationsphase, Paresen, Kraftgrade, Belastbarkeit, Ziele, Risiken und Präferenzen.

Diese Vignetten bilden keine realen Patientenakten ab. Sie schaffen eine kontrollierte Forschungsgrundlage, auf der der spätere Companion die Informationen eines individuellen Falls aufnehmen, einordnen und mit fachlichem Wissen abgleichen kann.

Nicht möglichst viel Wissen – sondern das richtige

Parallel wird Literatur gesichtet und eingegrenzt. Ziel ist es, die Quellen zu definieren, die als domänenspezifische Wissensbasis für den KI-gestützten Workflow bereitgestellt werden können.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Texte unstrukturiert zu sammeln. Entscheidend ist, welche Inhalte für die konkrete Fragestellung belastbar und relevant sind: Leitlinienempfehlungen, Evidenz zu Krafttraining nach Schlaganfall, Informationen zu Sicherheit und Monitoring sowie Kriterien für Dosierung, Progression und Anpassung.

Die Wissensbasis soll später transparent machen, auf welche fachlichen Informationen sich ein Behandlungsvorschlag beziehen kann. Sie ist damit ein zentraler Baustein, um generative KI nicht frei und ohne fachliche Begrenzung antworten zu lassen.

Und dann: vom Material zum Prototyp

Sobald Fallvignetten und Wissensbasis in einer tragfähigen Struktur vorliegen, werden sie im Forschungsprototyp zusammengeführt. Der geplante Workflow soll relevante Wissenselemente identifizieren, sie mit dem individuellen Fall verbinden und daraus einen überprüfbaren Behandlungsvorschlag aufbereiten.

Anschließend wird der Prototyp formativ bewertet. Fachpersonen sollen dabei insbesondere Nachvollziehbarkeit, fachliche Plausibilität, Sicherheit, Patientenzentrierung und praktische Nutzbarkeit einschätzen. Auch kritische Rückmeldungen und sichtbare Grenzen sind ein wichtiger Teil der Untersuchung.

Der Fortschritt wird nicht nur daran gemessen, ob ein Ergebnis entsteht, sondern daran, ob die einzelnen Schritte fachlich begründet, transparent und prüfbar bleiben.

Über weitere Entwicklungsschritte berichtet das Journal fortlaufend.

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